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Bildungs- und Erholungseinrichtung des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Sachsen e.V.

Aktuelles

Veranstaltungsplan 2017 Download

Erfahrungsaustausch von Smartphone-Nutzern und solchen, die es gern werden möchten, bei der Vorstellung von zwei verschiedenen Systemen in unserer Aura-Pension „Villa Rochsburg“ vom 01.09. bis 03.09.17

Statt des ursprünglich an diesem Wochenende geplanten Seminars der Fachgruppe Kommunikation- und Kaufmännische Berufe, das leider abgesagt werden musste, haben sich Pensionsleitung und alle Mitglieder der Villa-AG Gedanken gemacht, Ihnen am Wochenende vom 01.09. bis 03.09.17 eine adäquate Ersatzveranstaltung in unserer Aura-Pension "Villa Rochsburg" anzubieten.

Seit mehr als 10 Jahren haben Smartphones, die ausschließlich mit Touchscreen zu bedienen sind, längst in unserem Alltag Einzug gehalten.
Dank von Entwicklern ist die Bedienbarkeit von einem iPhone oder Android-Smartphone auch für blinde und sehbehinderte Menschen möglich. Für all jene, die vielleicht noch ein Handy mit Tastenfunktionen besitzen, sich jedoch mit dem Gedanken tragen, ein Smartphone der neuesten Generation zu kaufen, wollen wir an diesem Wochenende gern hilfreich zur Seite stehen, indem wir Ihnen zwei unterschiedliche Systeme vorstellen, die zur Bedienbarkeit dieser Smartphones unverzichtbar sind. Es handelt sich um VoiceOver für iPhone und Talk Back zur Nutzung von Android-Smartphones.
Selbstverständlich sind bei diesem Erfahrungsaustausch in völlig lockerer Runde auch Nutzer von Smartphones mit den angesprochenen Systemen herzlich willkommen. Sie können mit ihrem bereits erworbenen Wissen mit dazu beitragen, möglichen Neueinsteigern die eventuell noch vorhandenen Ängste zu nehmen.
Wichtig ist uns, dass sich kein Betroffener, was das Erlernen der Bedienbarkeit von Handys mit Touchscreen anbetrifft, allein gelassen fühlen darf.

Sind Sie jetzt neugierig geworden? Dann können Sie sich gern ab sofort bei der Leitung der Aura-Pension "Villa Rochsburg", Tel.: 037383 83800, Fax: 037383 8380-25 oder per E-Mail unter der Adresse villa@Bsv-sachsen.de anmelden.






Märchen und Musikwoche vom 15.10. bis 20.10.2017

im Oktober laden wir Sie herzlich zur Märchen und Musikwoche ein.
Herr Heidenreich, der diese Veranstaltung leitet, wird Ihnen sein eigenes, wahres Märchen erzählen.
Dazu können Sie ihre eigenen wahren oder erfundenen Märchen zum Besten geben.
Wussten Sie, dass es Frau Holle nicht nur im Märchen gegeben haben soll? Wir erfahren die ganze wissenswerte Geschichte.
Dazu können Sie Musikinstrumente mitbringen, denn wir werden die Woche mit Canons und anderen Stücken musikalisch umrahmen.

Herr Heidenreich und das Team der Villa freut sich auf Ihren Besuch.






Trommeln macht glücklich, gesund, frei und vor allem Spaß.

Für alle Rhythmus-begeisterten Leute von jung bis alt findet vom 23. bis 27.10.2017 ein Trommel-Kurs statt.

Sind Sie generell interessiert und haben Sie Lust, gemeinsam in einer kleinen Gruppe zu trommeln und den Rhythmus in sich zu spüren?

Trommeln ist ganz offensichtlich Energie und Lebensfreude zugleich. Trommeln ist und macht kreativ, belebt das Miteinander, überwindet Grenzen und Vorurteile. Mit Trommeln lassen sich interessante und abwechslungsreiche Rhythmen gestalten, ohne besonderes musikalisches Können vorauszusetzen.
Das Trommeln birgt außer der akustischen auch sensomotorische Erfahrung. Der Spieler spürt die Vibration, die auf den Körper übertragen wird. Er ist so direkt mit der Trommel verbunden und der ganze Körper wird zum Instrument.

Jetzt sind Sie neugierig geworden? Dann melden Sie sich bei der Pensionsleitung an.

Aura-Pension "Villa Rochsburg"
Frau Friedemann
Schlossstraße 17
09328 Lunzenau OT Rochsburg
Tel.: 037383 83800
Fax: 037383 838025
E-Mail: villa@bsv-sachsen.de






Berichte vergangener Veranstaltungen


Schokolade, Tiere, alte Gemäuer

Unter diesem Motto starteten am 03.07.2017 24 Mitglieder bzw. deren Begleitpersonen der Kreisorganisation Großenhain, des Blinden-und-Sehbehindertenverbandes Sachsen e. V., zu ihrem jährlichen Ausflug nach Rochsburg. Die Rekord-Teilnehmerzahl, die beiden Kleinbusse der Villa und der ausgeborgte Mercedes-Bus des Seniorenheims waren bis auf den letzten Platz besetzt, stellten die Organisatoren schon im Vorfeld vor ein Problem. Die Villa hat nur 10 Zimmer und es hatten sich 6 Einzelpersonen und 9 Paare angemeldet. Nur durch das Verständnis und Einsehen der Teilnehmer war es möglich, das Problem schnell zu lösen. Es trennten sich zwei Paare, natürlich nur für die drei Nächte. So musste nur die gegenüberliegende Ferienwohnung bei Müllers angemietet werden. Dort schliefen vier Frauen und drei Männer bildeten in der Villa eine WG.

Alle waren gesund, alle waren an den vorgesehenen Abfahrtsorten pünktlich, es gab keinen Stau auf der Autobahn, so erreichten wir nach einem Stopp in Arnsdorf, dort nahmen wir unser Mittagessen ein, gegen 14:00 Uhr die Villa. Zwei Teilnehmer waren besonders gespannt, denn sie waren bis zu diesem Zeitpunkt noch nie in Rochsburg. Die Zimmer waren schnell verteilt, die Koffer und Taschen rasch ausgepackt, so konnten wir uns zu Fuß, die schlecht laufen konnten wurden mit dem Kleinbus gefahren, zu unserem ersten Programmpunkt aufmachen. Es war die Schokoladenmanufaktur Choco Del Sol auf der Rochsburg.

In einem interessanten Vortrag erfuhren wir sehr viel über die Zutaten und die Herstellung der handgefertigten Schokolade. Qualitativ hochwertige Schokolade kann nur aus Premium-Kakaobohnen, angebaut und fermentiert von einheimischen Bauern, entstehen. Um den besonderen Geschmack zu erzielen, verarbeitet die Schokoladenmanufaktur Choco Del Sol deshalb ausschließlich Kakaobohnen reinster Qualität aus biologischem Anbau. Die Schokoladen bestehen aus nur zwei Zutaten: Bio-Kakaobohnen aus Belize sowie einem Bio-Rohrohrzucker aus Paraguay. Wir durften von der rohen über die geröstete Kakaobohne bis zur fertigen Schokolade und einen Kakaotee alles kosten. Im Anschluss wurde reichlich eingekauft. Der Abend klang in einem gemütlichen Beisammensein bzw. mit Spaziergängen durch den Ort aus.

Am Dienstag standen Tiere im Mittelpunkt, hierfür war ein Besuch im Zoo Leipzig geplant. Diesen zu erreichen, war für einige der Urlauber bereits ein Höhepunkt, denn wir fuhren mit den Kleinbussen nur bis Geithein und dann mit der S-Bahn, Linie 3, zum Hauptbahnhof nach Leipzig, sie sind seit Jahren nicht mehr mit dem Zug gefahren und kannten die neuen modernen Züge nicht. Da wir auf dem Bahnsteig tief unten ankamen, mussten wir zunächst mit dem Fahrstuhl bzw. der Rolltreppe nach oben. Dabei staunten fast alle, wie sich der Leipziger Hauptbahnhof verändert hat. Zum Zoo kamen wir dann zu Fuß bzw. mit der Straßenbahn. Dort stärkten wir uns zunächst für die geplante Führung.

Hinter dem Zoo Leipzig steht ein einmaliges Konzept: artgerechte Tierhaltung, Artenschutz, Bildung und spannende Entdeckertouren werden vereint. Der Tiergarten beherbergt etwa 850 Tierarten und Unterarten und gehört zu den renommiertesten und modernsten Zoos der Welt. Die Gehege sind nach aktuellen Erkenntnissen der artgerechten Tierhaltung gestaltet. Dabei sind die Lebensräume der Tiere ihrer natürlichen Heimat nachempfunden. Statt Beton, Stahl und Fliesen prägen heute weitläufige Savannen, schützende Baumbestände und großzügige Wasserläufe das Zoogelände. Das Ziel ist es, mit dem Abschluss der Modernisierung in einigen Jahren einen weitestgehend gitterlosen, naturnahen ‚Zoo der Zukunft’ gestaltet zu haben.

Unsere Gruppe wurde zunächst in zwei Einheiten geteilt. Besonders schön war, dass für uns Türen und Tore geöffnet wurden, die man bei einem „normalen“ Zoobesuch nicht durchschreiten kann. Dies war für uns insofern günstig, da wir aus dem großen Getümmel herauskamen. So konnten wir auch näher an die Tiere heran und durften die Fernsehstars aus „Elefant, Tiger und Co.“, Horst und Harry sowie einige Schildkröten, streicheln und füttern. Die Führerinnen hatten auch Fellstücke und zähne mit, somit bekamen wir einen besseren Eindruck und ein besseres Gefühl von den Tieren. Diese Führung konnte nur einen kleinen Eindruck vom riesigen Zoo vermitteln.

Nach der Rückkehr waren die meisten sehr geschafft, denn der Tag war für sie durch die vielen neuen Eindrücke doch sehr anstrengend, so dass nach dem Abendbrot nur noch wenige zusammensaßen und über die Erlebnisse des Tages plauderten. Auch die Spaziergänge zum Beispiel ein Besuch auf der Hängebrücke an der Mulde fiel an diesem Abend aus.

Alte Gemäuer und wiederum Tiere, dieses Mal Vögel, waren das Motto des Mittwochs. Zunächst fuhren wir mit den Kleinbussen bis Erdmannsdorf. Dort trennte sich die Reisegesellschaft. Nur ein Bus fuhr direkt bis zur Augustusburg nach oben. Der Andere Teil fuhr mit der Drahtseilbahn nach oben und musste dann noch einen steilen beschwerlichen Weg zu Fuß zurücklegen.

Die Drahtseilbahn Augustusburg ist eine Standseilbahn und verbindet seit über 100 Jahren den Ortsteil Erdmannsdorf und den Bahnhof Erdmannsdorf-Augustusburg mit der Stadt Augustusburg und dem Schloss Augustusburg. Die Fahrt mit der Drahtseilbahn ist ein besonderes Erlebnis. In acht Minuten Fahrt geht es gleichzeitig an einem Seil gezogen bergauf und bergab. Eröffnet wurde die Drahtseilbahn Augustusburg am 24. Juni 1911.

Die Krone des Erzgebirges wird sie auch genannt. Die imposante und kilometerweit sichtbare Augustusburg auf dem Schellenberg ist ein kulturelles und bauliches Prunkstück mit jeder Menge Highlights. Es war Kurfürst August, der mit dem Neubau seines Schlosses nicht nur ein repräsentatives Domizil für seine Jagdausflüge schaffen wollte, sondern mit dem Bau eines Jagdschlosses auch seine führende Stellung in der Region untermauern wollte. Also beauftragte dieser anno 1567 Hieronymus Lotter, die schon existierenden Baupläne auf dem Schellenberg in die Tat umzusetzen, sobald die dortige Burg Schellenberg komplett abgetragen war. Im ersten Baujahr 1568 entstand das Sommerhaus mit vollständig gedecktem Dach. Die drei restlichen Eckhäuser
Hasen-, Linden- und Küchenhaus und die Schlosskapelle wurden im Folgejahr errichtet. Die festliche Einweihung der Schloss Augustusburg fand am 30. Januar 1572 statt. Die äußere Gestalt der Augustusburg änderte sich im Laufe der Zeit, insbesondere bei den Dächern wesentlich. Anfangs enthielt der Dachkomplex noch viele Schornsteine und eine Balustrade, auf der man das Schlossdach vollständig umrunden konnte. Auch besaß das Schloss noch einen dritten Wirtschaftsflügel, der heute nicht mehr existiert und den südlichen Abschluss des Schlosses bildete.

Unsere Führung begann auf dem Schlosshof, wo wir die oben geschriebenen Daten zur Geschichte des Schlosses erfuhren. Im Anschluss ging es in die Schlosskirche. Lukas Cranach der Jüngere malte das Altargemälde der beeindruckenden Kirche. Der berühmte Künstler der damaligen Zeit stellt hier den Kurfürsten August und seine Familie mit all seinen 14 Kindern dar. Die Kirche des Schloss Augustusburg ist heute die größte protestantische Schlosskirche Sachsens.

Weiter ging es in das Brunnenhaus. Es war eine beschwerliche Arbeit den 136m tiefen Brunnen in den Fels zu treiben. Da der Schellenberg vulkanischen Ursprungs ist, ist dieser naturgemäß aus sehr hartem Gestein. Mit einfachsten Mitteln dauerte es ganze 7 Jahre, bis man den Brunnen fertiggestellt hatte. Tagtäglich wurden nur 3-4 cm des Gesteins abgetragen. Zum Einsatz kamen hier Wilddiebe die Tag für Tag als Bestrafung den Brunnen ausgraben mussten und – abgesehen vom sonntäglichen Gottesdienst – die Grabungsstätte nicht verließen. Nach der Fertigstellung des Brunnens baute man das Brunnenhaus mit der Hebevorrichtung, an die zwei Ochsen gespannt wurden, die das wohlschmeckende, mineralhaltige Wasser zu Tage förderten. Und das nicht zu wenig. Ganze 12000 Liter wurden Tag für Tag benötigt, um die Pferde in den Stallungen mit Wasser zu versorgen, die Küche genügend Wasser zum Kochen bereitzustellen und die Bäder im Fürstenhaus mit Wasser zu versorgen. Heute kann man einen Blick in den Brunnen werfen und erhält während der Führung, die ein oder andere lustige Begebenheit erzählt und erfährt, was es mit dem Säbel am Querbalken oberhalb des Brunnens auf sich hat.

Wir durften den Brunnen, die Behälter und das Gestänge abtasten, mit dem das Wasser nach oben geholt wurde. Somit bekamen wir auch einen Eindruck von der Größe der Vorrichtung. Unsere Führerin schüttete Wasser in den Brunnen. Es dauerte ganze sieben Sekunden bis es unten ankam. Die Zeit kam uns ewig vor. Von uns wollte keiner hinabsteigen oder beim Brunnenbau dabei gewesen sein.

Die Schlossführung endete im Kutschenmuseum. Als Besucher des Museums erhält man einen recht guten Eindruck in die Fortbewegungsmöglichkeiten vor Erfindung des Autos oder der Eisenbahn. Herrschaftliche Wagen und Kutschen bürgerlicher und ländlicher Herkunft werden im ehemaligen Pferdestall des Schlosses präsentiert. Highlight sind die Kutschen des ehemaligen Marstalls zu Dresden. Diese durften wir ausnahmsweise ebenfalls abtasten. Dazu wurden die Absperrungen entfernt.

Nun wurde es wieder tierisch. Täglich 11:00 und 15:00 Uhr findet an der Linde eine äußerst sehenswerte Greifvogelschau statt. Weißkopfseeadler, Falken und andere Greifvögel umkreisen die Burg und vollführen tollkühne Sturzflüge über den Köpfen der Zuschauer und landen zielsicher auf den Armen des Falkners um dort ihr Mahl in Empfang zu nehmen. Da die Vögel teilweise Schellen am Körper haben, konnte man auch akustisch ihre Flugbahn verfolgen. Man spürte auch den Luftzug, wenn ein Vogel flach über die Köpfe der Besucher flog. Das Gefieder eines herumgetragenen Uhus durfte ebenfalls gestreichelt werden. Es fühlte sich weich und glatt an.

Wie jedes Jahr, war der letzte Abend ein Grillabend. Roster, Steaks, Grillkäse, Toastbrot und Kartoffelsalat, es fehlte an nichts. Zum Abschluss gab es natürlich einen Verdauer auf Kosten des Hauses. Die Sache rundete eine Süßspeise oder ein Eis ab. Es wurden Anekdoten von Reisen früherer Jahre oder von längst vergangenen Veranstaltungen erzählt. Einige waren aber auch schon traurig, denn am Donnerstag sollte es zurück nach Hause gehen.

Die Koffer waren gepackt, die Rechnungen bezahlt, so ging es pünktlich 10:00 Uhr mit den Bussen in die Heimatorte. Hierbei wurde darauf geachtet, dass der Weg vom Aussteigen aus dem Bus zur Wohnung möglichst kurz war.

Ein dank geht an dieser Stelle an das gesamte Team der Villa Rochsburg für die rundum gelungenen Tage. Auch ein Blinder oder Sehbehinderter, der keine Begleitperson hat, kann getrost in die Villa fahren. Er bekommt dort Unterstützung und Hilfe nach seinem Wunsch. Mein Bericht soll auch Anregung für andere Kreisorganisationen oder Betreuungsgruppen des Landesverbandes Sachsen oder darüber hinaus sein, eine solche Reise für ihre Mitglieder zu planen. Die Villa lebt von ihren Gästen, das Personal arbeitet für seine Gäste.

Frank Herrmann






Das war der Tag der offenen Tür im Jahr 2017
ein Bericht von Dietmar Mehnert

"Längst ist er zu einer guten Tradition geworden - der Tag der offenen Tür in unserer Bildungs- und Erholungsstätte im Muldental". Mit diesem Slogan wurde in der Einladung zu diesem Anlass, welche in allen Medien des Verbandes sowie auf der Homepage und in Facebook verbreitet wurde, für dieses einmal im Jahr stattfindende Event geworben.
Diese Einladung nahmen rund 100 Besucher aus allen Teilen unseres Freistaates sowie einer Gruppe aus dem fränkischen Hof, welche erstmals im vergangenen Jahr in Rochsburg zu Gast war,
zum Anlass, um bei diesem Ereignis mit dabei zu sein.
Längst hat sich der Tag der offenen Tür zu einem Tag der Begegnung zwischen blinden und sehbehinderten Menschen etabliert. Viele freuen sich, in einem angenehmen Ambiente gemeinsam mit Bekannten ein paar gesellige Stunden zu verbringen.
Die letzten Besucher treffen in der Regel mit der Busbahn aus Richtung Geithain, die kurz vor 11:00 Uhr in Rochsburg ankommt, ein.
Vor Beginn des offiziellen Teils wurde jedem Besucher vom Team der Villa ein Gläschen Sekt gereicht.

Kurz nach 11:00 begann der offizielle Teil mit den Grußansprachen.
Anlässlich des 65-jährigen Bestehens der Villa Rochsburg, die bis zum Jahr 1990 als Kureinrichtung für mehrfach geschädigte blinde Personen diente und in der Zeit von 1998 bis zum Jahr 2001 mit Fördermitteln des Freistaates umfassend saniert wurde, konnte die Leiterin der Einrichtung, Frau Anita Friedemann, die Landesvorsitzende des Sächsischen Blinden-und-Sehbehindertenverbandes (BSVS), Frau Angela Fischer, begrüßen und übergab ihr das Wort.
Im Namen des Landesvorstandes sprach Frau Fischer dem Vorstand des Fördervereins der Rochsburger Einrichtungen für Blinde und Sehbehinderte sowie zahlreichen Spenderinnen und Spendern ein herzliches Dankeschön für das große Engagement in der Villa aus. So beteiligt sich der Förderverein finanziell an der jährlichen Ausgestaltung des Tages der offenen Tür, beim Druck der Jahresprogramme und im vergangenen Jahr konnten zwei neue Getränkekühlschränke, die in der Veranda stehen, finanziert sowie alle Zimmer zum Schutz vor Insekten mit Gagefenstern ausgestattet werden.
Stellvertretend übergab unsere Landesvorsitzende an Frau Friedemann ein Dankschreiben, verbunden mit einer Ehrenurkunde des Landesverbandes. Krankheitsbedingt konnte der Vorsitzende des Fördervereins, Herr Jürgen Solari, nicht anwesend sein. Er ließ es sich nicht nehmen, um an alle Organisatoren und Teilnehmer des Tages der offenen Tür die herzlichsten Grüße zu übermitteln.
Aus den Händen der Landesvorsitzenden konnte Frau Friedemann auch ein Dankeschön für alle Beschäftigten unserer Aura-Pension „Villa Rochsburg“, die liebevoll „Villa“ genannt wird, für ihre ausgezeichnete Arbeit entgegennehmen. Nicht zuletzt dessen ist unsere Bildungs- und Erholungsstätte im Muldental längst nicht nur in Sachsen bestens bekannt, sondern mittlerweile weit über dessen Grenzen hinaus.
Im Anschluss daran übernahm Frau Friedemann die Moderation durch das weitere Programm dieses Tages. Bevor Herr Kluge gut eine Stunde den Gästen Musik, vorwiegend aus den 50er Jahren, auf seinem Leierkasten zu Gehör brachte, gab Frau Friedemann noch einige organisatorische Hinweise zum weiteren Ablauf dieses Tages.
Auf allen Tischen lagen Speisekarten aus, so dass sich die Besucher über die kulinarischen Köstlichkeiten, die vom Haus angeboten worden sind, informieren konnten. Wer keine Begleitperson dabei hatte, dem wurde die Speisekarte von den Mitarbeiterinnen des Hauses vorgelesen.
Zur Mittagszeit wurden Grillspezialitäten, wie Schaschliks, Steaks oder Roster, wahlweise mit Brot oder Kartoffelsalat, und die in Sachsen begehrten Speckfettbemmen angeboten. Zur Kaffeezeit konnten die Besucher zwischen verschiedenen Variationen an Eisbechern oder hausgebackenen Kuchen wählen.
Auf vielfachem Wunsch der Gäste unterhielten die Kuchenlunzener, eine Blasmusikkappelle aus der Region, die Besucher nach dem Mittagessen mit einem rund einstündigen Programm. Als das letzte Lied erklang und der Moderator allen Besuchern für die Aufmerksamkeit dankte, wollten die Meisten unbedingt noch eine Zugabe hören, und auf diese mussten wir nicht verzichten.
Alle, die an einer Führung durch das Haus interessiert waren, konnten sich kurz vor 13:00 Uhr vor dem Haupteingang der Villa einfinden. Das Interesse daran war in diesem Jahr so groß, dass diese in zwei Gruppen durchgeführt werden musste. Neben dem Blick in ein Gästezimmer gab es Erläuterungen zur Geschichte des Hauses sowie zu den gegenwärtigen Angeboten unserer Bildungs- und Erholungsstätte.
Die Villa ist neben einer guten blinden- und sehbehindertengerechten Ausstattung auch auf die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern gut eingestellt.
Dank vieler ehrenamtlich Tätiger ist es möglich, über das gesamte Jahr ein breit gefächertes Angebot an Veranstaltungen und Seminaren zusammenzustellen. Für all jene, welche die Umgebung etwas näher kennenlernen möchten, empfiehlt sich ein Erholungsaufenthalt.
Vertreten war auch dieses Mal wieder das Landeshilfsmittelzentrum mit einer breiten Palette an Hilfsmitteln für Alltag und Freizeit, welche die Besucher käuflich erwerben konnten sowie das "Marmeladenmädchen" aus Uhlsdorf.
Erstmals beim Tag der offenen Tür in der Villa präsentierte auch die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) den Besuchern ihre Angebote. Käuflich erwerben konnte man Kalender für das Jahr 2017 in den verschiedensten Formaten, Glückwunschkarten für Jubiläen und kostenlose Leseproben des vielfältigen Zeitschriftenangebotes.
Wegen der an den Wochenenden ungünstigen Verkehrsanbindungen mussten sich die ersten Gäste bereits kurz vor 15:00 Uhr auf dem Nachhauseweg begeben. Deshalb endete der offizielle Teil dieses Tages gegen 14:30 Uhr.
Wem es zeitlich möglich war oder wer eines der begehrten Zimmer in der Villa bekam, der konnte gemeinsam mit anderen Gästen diesen Tag bei herrlichstem Sommerwetter gemütlich ausklingen lassen.
Frau Friedemann bedankte sich bei allen Organisatoren, die zum guten Gelingen dieses Tages beitrugen. Ihre ganz besondere Freude brachte sie darüber zum Ausdruck, dass, trotz vielfältiger Veranstaltungsangebote rund um Rochsburg, der Tag der offenen Tür auch im Jahre 2017 großen Zuspruch fand und wünschte allen Gästen eine gute Rückreise in ihre Heimatorte.
Wem es in diesem Jahr nicht möglich gewesen ist, den Tag der offenen Tür mitzuerleben, dem bietet sich diese Gelegenheit auch im kommenden Jahr. Der Termin wird, versehen mit einer Einladung, selbstverständlich rechtzeitig in allen Medien des BSVS, einschließlich der Homepage der Villa und auf der seit August des vergangenen Jahres existierenden Facebook-Seite, wovon wir uns versprechen, dass auch jüngere Menschen auf die vielfältigen Angebote der Villa aufmerksam werden, bekannt gegeben.
Gern können Sie unser Haus auch zu einer der im Jahresprogramm zahlreich angebotenen Veranstaltungen besuchen – Sie werden es garantiert nicht bereuen!
Alleinanreisende Blinde, denen keine Begleitperson zur Verfügung steht, werden vom Personal im Haus sowie auf allen Ausflügen bestens betreut.
Für alle, die beim Tag der offenen Tür in unserer Beratungs-, Begegnungs- und Erholungsstätte mit dabei sein konnten, werden diese schönen Stunden noch lange in sehr angenehmer Erinnerung bleiben.






Bericht über die Tage zu "Himmelfahrt in Rochsburg" vom 24. bis 28. Mai 2017

In diesem Jahr trafen sich 20 Teilnehmer aus mehreren Bundesländern von Mittwoch bis Sonntag zu einem zünftigen, unterhaltsamen und sportlichen Programm in der Aura-Pension „Villa Rochsburg“.
Es waren nicht nur alle Zimmer in der Villa ausgebucht. Auch die benachbarten Ferienwohnungen von Familie Müller und Schievelbein dienten als Unterkünfte für drei Gäste.

Mittwoch, 24.05.17
Bis zum späten Nachmittag waren alle Gäste angereist.
Die Veranstaltung begann mit einem gemeinsamen Abendessen. Gegen 19:30 Uhr wurden wir von der Leiterin der Aura-Pension „Villa Rochsburg“, Frau Anita Friedemann, mit einem Gläschen Sekt begrüßt. Nachdem sich jeder Teilnehmer kurz mit seinem Namen und dem Wohnort vorgestellt hatte, gab es noch einmal nähere Informationen zum vorgesehenen Programm, das jedem Gast mit der Reservierungsbestätigung zuging.
Mit der traditionellen Hymne „Lustig lustig Ihr lieben Brüder“ von Bierfiedler & Folkländer wurden die Himmelfahrtstage 2017 eröffnet.

Donnerstag, 25.05.17, Christi Himmelfahrt
Auf vielfachem Wunsch wurde, passend zu diesem Tag, vom Villa-Team eine Floßparty auf der Talsperre Kriebstein für uns gebucht.
Wir starteten gegen 09:15 Uhr mit den beiden Hausbussen über Lunzenau und Nöbeln bis zum Ausgangspunkt der kleinen "Talsperrentour". Diesen erreichten wir nach gut 45-minütiger Fahrt.
Gegen 10:30 Uhr stachen wir in See. Gut dreieinhalbstunden wurden wir auf der Talsperre Kriebstein geschippert. Unterwegs gab es vom Bootsführer zahlreiche Erläuterungen zur Strecke.
Bestens gesorgt wurde natürlich, nicht nur während dieser Zeit, für das leibliche Wohl. Gereicht wurden Grillspezialitäten, hausgemachter Kartoffelsalat und die zu diesem Tag passenden Getränke.
Für die gute Stimmung unterwegs sorgten wir selbst. Auch das am heutigen Tag etwas durchwachsene Wetter tat unserer guten Laune keinen Abbruch.
Gegen 14:00 Uhr an unserem Ausgangspunkt angelangt, bestiegen wir wieder die beiden Hausbusse zur Rückfahrt nach Rochsburg.
Den Rest des Tages konnte jeder Gast individuell gestalten. Bis zum Abendbrot war noch reichlich Gelegenheit zu einem Spaziergang. Andere Gäste besuchten ein Lokal an der Mulde, wo in einem Bierzelt eine Männertagsparty stattfand.
Passend zur Kaffeezeit wurden für all jene, die im Haus bleiben wollten, Kaffee-, Kuchen- und Eisspezialitäten bereitgestellt.
An diesem Abend gingen alle eher schlafen als sonst, denn am nächsten Morgen hieß es zeitiger aufzustehen.

Freitag, 26.05.17
Heute steht eine ganztägige Ausfahrt auf dem Programm. Deshalb wird uns das Frühstück bereits um 07:00 Uhr reserviert.
Gegen 08:15 Uhr werden wir von unserem Busfahrer, Herrn Petzold – allen Stammgästen des Hauses ist er längst bekannt –, in Empfang genommen. Erstes Ziel dieses Tages ist Blockhausen, ein Ortsteil von Dorfchemnitz bei Sayda.
Die Fahrt führt uns von Rochsburg aus zunächst auf der B95 bis Penig. Dort fahren wir weiter auf der A72 bis Chemnitz und biegen ab auf die A4 bis Freiberg. Danach geht es weiter per Straße hinauf ins Erzgebirge. Nach gut 90-minütiger Fahrt erreichen wir unser erstes Ziel dieses Tages, den Sauensäger in Block-Hausen.
Aus einer einzelnen Blockhütte im Wald entwickelte sich dieser Ortsteil von Dorfchemnitz bei Sayda. Der Bürgermeister von Blockhausen ist der Sauensäger. Er war sein Leben lang Revierförster im Erzgebirgswald. Seit dem Jahr 2000 entstand dieses besondere Ensemble. Das Bemerkenswerte ist, dass all diese Kunstwerke dort bleiben und von den Besuchern bestaunt werden können.
Besonders beeindruckend war für unseren Personenkreis, dass wir all die bislang entstandenen Arbeiten unter unsere „Hände““ nehmen konnten. Dadurch war es auch für Nichtsehende möglich, sich ein gutes „Bild“ von all dem, was mittlerweile an diesem Ort für Kunstwerke geschaffen werden konnten, zu machen.
Wegen der Vorbereitungen der Weltmeisterschaften im Kettensägen, die in jedem Jahr am langen Pfingstwochenende viele Besucher anziehen, war es leider nicht möglich, dass uns der Sauensäger persönlich begrüßen konnte. Alle Begleitpersonen bemühten sich redlich, uns so viel wie möglich von dem Geschaffenen zu vermitteln.
Danach setzten wir unsere Fahrt in Richtung Sayda fort, wo wir pünktlich zur Mittagszeit im Hotel "Zur Kreutztanne" Einkehr hielten. Um längere Wartezeiten zu vermeiden, hatte jeder Gast die Möglichkeit, sein Mittagsmenü vorzubestellen.
Am frühen Nachmittag bestand die Gelegenheit zu einer rund einstündigen Kremserfahrt. Wer nicht daran teilnehmen wollte, konnte in dieser Zeit sich an der schönen Natur erfreuen, denn das Hotel war umgeben inmitten von Wald.
Bevor wir gegen 16:30 Uhr in unser Quartier zurückfuhren, stärkten wir uns an den von der Gaststätte bereitgehaltenen Spezialitäten zur Kaffeezeit.
Erstmals ließ es das Wetter zu, dass wir am Abend lange draußen sitzen konnten.

Samstag, 27.05.17
Sportlich aktiv ging es heute zu. Nach einem reichhaltigen Frühstück bestiegen wir gegen 09:30 Uhr die beiden Hausbusse. Ziel war Wechselburg, wo für uns zwei Kegelbahnen reserviert waren. So hieß es für die nächsten drei Stunden „Gut Holz“. Es gab weder Sieger noch Verlierer. Allein der olympische Gedanke von einst: „Dabei sein ist alles“ zählte, und natürlich der Spaß, welcher nicht zu kurz kam.
Nachdem wir uns im Anschluss daran zur Mittagszeit gestärkt hatten, fuhren wir zurück nach Rochsburg.
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung.
Heute strahlte die Sonne schon vom frühen Morgen an von einem nahezu wolkenlosen Himmel. So stand einem Grillabend im Freien nichts im Wege.
Danach saßen wir bis weit in den späten Abend hinein draußen und ließen die Tage gemütlich ausklingen, denn bald hieß es Abschied zu nehmen von der behaglichen und familiären Atmosphäre in unserer Bildungs- und Erholungsstätte im Muldental.
Wie bei allen Veranstaltungen in der Villa Rochsburg, kam der gegenseitige Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmern auch dieses Mal nicht zu kurz.

Sonntag, 28.05.17
Am Morgen nutzte Frau Friedemann vor der Abreise aller Gäste die Gelegenheit zu einer kurzen Auswertung der zurückliegenden Tage. Es gab ein durchweg positives Resümee. Alle Gäste stimmten einmütig überein, dass diese bewährte Veranstaltungsreihe auch im kommenden Jahr fortgesetzt wird. So wurden bereits einige Vorschläge für das Programm des verlängerten Himmelfahrtswochenendes im Jahre 2018 unterbreitet.
Die Koffer für die Heimreise wurden von den Meisten schon am Samstagnachmittag gepackt. Die individuelle Abreise der Teilnehmer erfolgte im Laufe des Vormittags.

Wir sagen, und ich denke, im Namen aller sprechen zu dürfen, auf diesem Weg noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön bei den engagierten Mitarbeiterinnen des Hauses, die auch in diesem Jahr wieder für bestmögliche Rahmenbedingungen sorgten. Es ist immer wieder erstaunlich, dass alleinanreisende blinde Gäste sowohl im Haus sowie auf den angebotenen Ausflügen aller bestens betreut werden.

aufgestellt
Dietmar Mehnert






Blickpunkt Auge - Rat und Hilfe bei Sehverlust

Sie haben eine Augenerkrankung, zum Beispiel eine Makula-Degeneration, ein Glaukom (Grüner Star) oder eine diabetische Netzhauterkrankung?
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sowie Dienstag von 09:00 bis 14:00 Uhr
unter Telefon: (0351) 80 90 628 möglich

Kontakt

Frau Elke Richter
AURA-Pension „Villa Rochsburg“
Schloßstraße 17
09328 Lunzenau OT Rochsburg
E-Mail: e.richter@blickpunkt-auge.de

Sprechzeiten

jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat
jeweils von 10:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 16:00 Uhr