Pflanzen, Sport, Musik

Unter diesem Motto fuhren 20 Mitglieder bzw. deren Begleitpersonen am 27.07.2020 zu einem 4-tägigen Urlaubsaufenthalt in die Aura Pension Villa Rochsburg. Der Verfasser dieses Artikels versprach im Vorfeld den Teilnehmern der Reise in seinem Informationsschreiben: „Die Reise wird in diesem Jahr zwar etwas anders als in den vergangenen 14 Jahren, aber sicher genau so schön!“ Dieses Versprechen wurde nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen.

Lange war unklar, ob der Urlaubsaufenthalt in diesem Jahr überhaupt stattfinden kann und, wenn ja, in welcher Form. Frau Michaela Mehlhorn, die neue Leiterin der Villa Rochsburg, hatte nur wenige Tage Zeit, um alles zu organisieren und ein Kostenangebot zu erstellen. Da glühten die Telefondrähte zwischen der Villa, den Ausflugszielen, den Gaststätten und Kaffees sowie dem Vorsitzenden der Kreisorganisation Großenhain. Von diesem mussten dann noch die nötigen finanziellen Mittel beschafft werden. Doch alles wurde rechtzeitig geschafft.

Eine der Veränderungen war, dass wir nicht mit den 3 Haus-Bussen, sondern mit dem FlixBus abgeholt worden. Alle waren am Abreisetag gesund, pünktlich, so dass die Fahrt unter Einhaltung des Mindestabstandes und der weiteren Corona-Regeln starten konnte. Vier der Fahrgäste waren noch nie in der Villa, diese waren besonders gespannt, was sie dort und unterwegs erwartet.

Das Essen steht auch zu Coronas-Zeiten im Mittelpunkt der Ausflüge und in der Villa, so dass unser erstes Reiseziel das Gasthaus Luchsenburg in Ohorn war. Weiter ging es nach dem Mittagessen in den Botanischen Blindengarten Radeberg, wo wir eine einstündige Führung erhielten.

Die barrierefrei gestaltete Gartenanlage ist mit einem ca. 1,5 Kilometer langen Wegesystem versehen, das sowohl zu Fuß als auch mit dem Rollstuhl benutzt werden kann. Entlang der Hauptwege wurde ein Edelstahl-Handlauf zur Orientierung für blinde und stark sehbehinderte Besucher errichtet. An diesem sind zusätzliche Orientierungshilfen (Reliefs) angebracht. Die Nebenwege sind mit verschiedenen Bodenbelägen (zum Beispiel Rindenmulch, Rasen oder Porphyrkies) ausgestattet, um die Orientierung mit den Füßen zu ermöglichen. Als Leitsystem verfügen diese Wege über eine Klopfkante, die mit dem Blindenstock ertastet werden kann.

Im Botanischen Blindengarten Radeberg wachsen ca. 1.300 verschiedene Pflanzenarten, darunter etwa 700 stark duftende. Vor allem kleine bzw. niedrig wachsende Arten sind in Hochbeeten angepflanzt. Das erleichtert, neben der olfaktorischen Wahrnehmung, das Erfassen der Pflanzen per Tastsinn. Die unmittelbar am Wuchsort angebrachte Beschilderung ist mit Alphabet- und Brailleschrift ausgestattet.

Mit besonders stark oder ungewöhnlich duftenden Pflanzenarten wurden separate Bereiche eingerichtet, wie das Minzegärtchen, der Kamillepfad und die Pelargoniensammlung. So genannte Duftlauben sind zum Beispiel mit verschiedenen Heckenkirschenarten und Blauregen bepflanzt. In der Gärtnerei des Blindengartens ist zudem eine Sammlung stark duftender Kübelpflanzen untergebracht. Entlang der Wege sind stellenweise Berührungs- oder Kontaktdufter, also Pflanzenarten wie Thymian, die ihren Duft erst bei einer Berührung verströmen, als Orientierungshilfen angepflanzt wurden.

Gegen 17 Uhr trafen wir in der Villa ein. Der erste Abend klang mit lustigen Gesprächen, kleinen Spaziergängen zur Mulde oder zur Burg bzw. bei einem guten Tropfen aus.

Sport frei hieß es am Dienstag. Herr Lars Geithner und seine Tochter Franzi begrüßten uns gegen 9 Uhr an der Tischballplatte für Blinde und wiesen uns in die Spielregeln ein. Vor allem die jüngeren Mitglieder probierten gleich mal aus, ob sie es hinbekommen. Es machte nicht nur den Spielern, sondern auch den Zuschauern und Zuhörern viel Spaß.

Showdown wird auch „Tischball“ oder „Blindentischtennis“ genannt. Beim Showdown stehen sich zwei Spieler an der jeweiligen kurzen Seite einer ca. 1,2 m x 3,6 m großen Platte gegenüber, die komplett von einer 14 cm hohen Seitenbande umgeben ist. Eine Mittelbande, die auf den 14 cm hohen Seitenbanden steht, trennt die Spielfläche in zwei gleich große Teile. Der Ball wird also nicht wie beim Tischtennis über das Netz, sondern unter die Mittelbande möglichst flach geschlagen. Jeder Spieler verteidigt sein Tor – eine halbkreisförmige Mulde in der Platte an der kurzen Seite – und versucht, den Ball in das Tor des Gegners zu befördern, wofür es 2 Punkte gibt.

Wie beim Tischtennis dient ein Schläger zum Aufhalten des ankommenden Balles und zum kraftvollen Zurückspielen. Der rechteckige Schläger hat eine Größe von 20 x 7,5 cm und einer Grifflänge von 10 cm.

Der gut hörbare, rasselnde Ball mit einem Durchmesser von 6 cm darf die Platte nicht verlassen. Er darf nicht an und über die 42 cm hohe Mittelbande geschlagen werden. Beim Aufschlag muss der Ball erst einmal die Seitenbande in der eigenen Plattenhälfte berühren und dann in die gegnerische Hälfte rollen. Wenn so ein Fehler passiert (und es gibt noch einige weitere Fehlermöglichkeiten) erhält der Spieler, der diesen Fehler nicht begangen hat, einen Punkt.

Am Nachmittag fuhren wir zum Bowling nach Wolkenburg ins Silberbergwerk. Obwohl nur wenige die Pins sehen oder erahnen konnten, fielen oft alle um. Kaffee, Kuchen und leckere Eisspezialitäten luden die verbrannten Kalorien im Anschluss wieder auf.

Das Tischball-Fiber hatte einige Sportler so gepackt, dass sie auch nach dem Abendbrot noch etliche Runden spielten. Geprellte Fingerknöchel und schmerzhafte Schultergelenke waren das Ergebnis des Tages und auch am nächsten Morgen noch zu spüren.

Am Mittwoch nach dem Frühstück bestiegen wir wieder den FlixBus und fuhren ins Vogtland in den sogenannten Musikwinkel. Das Musikinstrumentenmuseum Markneukirchen war unsere erste Station. Dort erhielten wir Führungen in drei Gruppen. Wir durften sehr viele Instrumente anfassen und bekamen auch einige zu Gehör und durften auch einzelne im Klanggarten selbst ausprobieren.

3.200 Musikinstrumente aus aller Welt befinden sich im „Paulus-Schlössel“, darunter die größte Sammlung von vogtländischen Streich-, Zupf- und Blasinstrumenten vom 17. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Der Besucher erhält außerdem einen Einblick in die Vielfalt der Musikinstrumente aus Afrika, Amerika und Asien. Alte Instrumentenbauwerkstätten und ein original erhaltenes Handelskontor im Gerber-Hans-Haus erzählen von der über 300-jährigen Tradition des vogtländischen Musikinstrumentenbaus.

Weiter ging unsere Reise ins Harmonika-Museum nach Zwota. Auch hier konnten wir die verschiedenen Modelle ausführlich abtasten. Bei der akustischen Präsentation sangen wir kräftig mit.

Der Beginn der Harmonikaindustrie im Klingenthaler Gebiet wird auf den Instrumentenhändler Johann Wilhelm Glier zurückgeführt, der 1829 von einer Geschäftsreise eine Mundharmonika nach Klingenthal brachte und diese in der väterlichen Werkstatt nachbauen ließ. Die Fertigung von Handzuginstrumenten kam in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts hinzu. Unzählige Mund- und Handharmonikas, Akkordeons unter klangvollen Markennamen wie „Royal Standard“, „Barcarole“, „Horch“, „Weltmeister“, „Galotta“, „Hutschelli“ verließen die Werkstätten in Klingenthal und Zwota und wurden in viele Länder der Welt exportiert. Die verschiedenen Ausführungen der Instrumente zeugen vom Ideenreichtum und handwerklichem Können der Hersteller.

Als wir am Abend aus dem Bus in Rochsburg kletterten, stieg uns bereits der Grillgeruch in die Nase. Das Wetter war uns an allen Tagen hold, so dass wir auch am Abschlussabend noch lange im Freien sitzen konnten. Die schönen Stunden waren wieder einmal viel zu schnell vergangen. Die Rückfahrt am Donnerstag mit den 3 Kleinbussen verlief ohne besondere Vorkommnisse, so dass jeder gesund und voller neuer Eindrücke vor seiner Haustür abgeliefert wurde.

Wenn ich ganz ehrlich bin, war ich am Montag, als ich in den Bus stieg, etwas skeptisch. Corona, die ganzen Regeln, Mund-Nasen-Schutz, Mindestabstand und dazu eine neue Chefin in der Villa, die ich noch nicht wirklich kannte. Aber bereits am ersten Abend zerstreuten sich meine Bedenken. Frau Michaela Mehlhorn hatte die Sache voll im Griff, alles gut durchorganisiert und vorbereitet. Es hätte nicht besser sein können. Dafür möchte ich mich im Namen aller Teilnehmer bei Frau Mehlhorn und ihrem gesamten Team ganz, ganz herzlich bedanken. Wir sind nicht abgefahren, ohne einen Termin für 2021 im Veranstaltungskalender vormerken zu lassen. Ich kann anderen Kreisvorständen oder Bezirksgruppen in nah und fern nur empfehlen, einmal eine solche Reise für ihre Mitglieder zu organisieren.

Frank Herrmann

Hygieneregeln 
AURA-Pension Villa Rochsburg

Liebe Gäste unserer Villa,

es ist so weit, das Warten hat ein Ende – am 19. Juni öffnen wir wieder unsere Türen für Sie. Wir freuen uns, dass endlich wieder Leben einkehrt in unser Haus und Sie Ihren Urlaub bei uns verbringen oder unsere vielfältigen Seminare besuchen können.

Damit in Zukunft kein Virus Ihre Freude bei uns schmälern kann, bitten wir Sie, folgende Hygieneregeln einzuhalten:

1. Bitte bestätigen Sie uns bei der Anreise mündlich, dass Sie wissentlich frei von möglichen Corona-Symptomen sind.

2. Desinfektionsspender befinden sich am Haupteingang, auf der Gästetoilette sowie an der Tür zum Speise-/Seminarraum und sind beim Betreten des Hauses und der genannten Räume regelmäßig zu benutzen.

3. Bitte verzichten Sie auf‘s Händeschütteln.

4. Im Speiseraum haben wir die Tische etwas umgestellt, um den Mindestabstand zwischen den Tischen einhalten zu können. Es gibt zurzeit kein Selbstbedienungsbuffet – alle Gäste werden an ihrem Tisch bedient. Das Personal trägt dabei einen Mund-Nasen-Schutz und Handschuhe.

5. Im Gemeinschaftsraum und auf den Terrassen ist bei mehr als 10 Personen der Mindestabstand von 1,50 m einzuhalten.

6. Generell ist während Veranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl von mehr als zehn Personen (inkl. Seminarleiter, Referenten) in geschlossenen Räumen ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

7. Bei Fahrten mit unseren hauseigenen Bussen ist ebenfalls ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. 

8. Bei Ausflügen beachten Sie bitte dringend die Hygieneregeln der besuchten Einrichtungen (z.B. Museen, Restaurants). Wir informieren Sie vor Ort.

9. Im Büro haben wir einen Thekenaufsatz als Spuckschutz angebracht, so dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nicht notwendig ist. Sie können nach wie vor mit ec-Karte oder in bar bezahlen.


Auch wir leisten unseren Beitrag, um eine mögliche Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten:

Zum Beispiel desinfizieren wir mindestens 4-mal täglich sämtliche Türklinken, Lichtschalter und Handläufe, reinigen 2-mal täglich die Gästetoiletten, tragen einen Mund-Nasen-Schutz beim direkten Kontakt mit Ihnen, desinfizieren Ihre Zimmerschlüssel und lüften Ihre Zimmer während der täglichen Reinigung. Zudem können Sie bei Bedarf Gesichtsmasken bei uns erwerben (1,80€/Stück).Wir freuen uns auf Sie!
Ihr Villa-Team

Vorläufiger Wiedereröffnungstermin Villa Rochsburg

Liebe Gäste der Villa Rochsburg,

 

seit dem Einleiten der Maßnahmen zum Schutz unserer Gäste und Mitarbeiter vor den Auswirkungen von Corona sind inzwischen fünf Wochen vergangen. Seitdem ist es sehr ruhig in der Villa – abgesehen von dem kurzzeitigen Besuch der Kinder des Seniorenheim-Personals und gelegentlichem Klingeln des Telefons.

Ich hoffe, es geht Ihnen gut und Sie können die verordneten Einschränkungen kurzweilig, sinnvoll, aber auch zur Entspannung nutzen.

Gern möchte ich Sie hiermit darüber informieren, welche Seminare und Veranstaltungen nun Corona-bedingt leider nicht stattfinden können bzw. nach Möglichkeit verschoben werden müssen:

 

d24.04. bis 26.04.2020 :                   Navigationsseminar
30.04. bis 03.05.2020:                    Eltern-Kind-Wochenende
04.05. bis 15.05.2020:                    Wanderwochen im Frühling
16.05.2020:                                        Jahresmitgliederversammlung des Fördervereins /
                                                               Feierstunde zum 25-jährigen Jubiläum
20.05. bis 24.05.2020:                    Himmelfahrt in Rochsburg
25.05. bis 02.06.2020:                    Pfingsten in Rochsburg
06.06.2020:                                        Tag der offenen Tür
08.06. bis 14.06.2020:                    Parks, Schlösser und Gärten der Region
15.06. bis 18.06.2020:                    Aktivtage für Sehbehinderte

 

Das ist sehr traurig, nachdem ja nun bereits der Tanzkurs, die Literatur zum Lauschen, die Wohlfühlwoche und die Oster-Woche ausfallen mussten. So hatte ich mir mein erstes Jahr in der Villa nicht vorgestellt. Und Sie, liebe Gäste, wollten all die schönen Tage auch nicht zu Hause verbringen. Aber das müssen wir jetzt durchstehen (ich hoffe das ganz sehr) und nach vorn blicken.

Frühester Wiedereröffnungstermin könnte der 19. Juni sein, so dass unsere erste Veranstaltung das Wochenende für Jugendliche und junge Erwachsene wäre.   

Vorher macht es keinen Sinn. Denn selbst wenn touristische Übernachtungen vielleicht ab Mitte Mai wieder erlaubt werden, dann wird das nur unter strengen Auflagen erfolgen – und schon beim geforderten Mindestabstand bekommen wir in unserer Einrichtung und bei Ausflügen Probleme. Mir ist auch bekannt, dass viele unserer Gäste zur Risikogruppe zählen und deshalb hier besondere Vorsicht geboten ist.
Sehr interessant informiert zu diesem Thema auch der Beitrag „Sich und andere schützen“ im Corona-Ratgeber des DBSV unter https://www.dbsv.org/corona.html#schuetzen.
Wir möchten kein Risiko eingehen und so kann der 19. Juni auch wirklich nur der frühestmögliche Termin sein, der – je nachdem, wie sich die Pandemie und der Maßnahmenplan der Regierung entwickeln -, durchaus auch nochmal verschoben werden kann.

 

Ich möchte an dieser Stelle auch gleich noch darauf hinweisen, dass für einen eventuellen Sommer-Urlaub (der ja im Ausland vielleicht in diesem Jahr nicht möglich sein wird) in der Villa noch einige freie Zimmer, hauptsächlich im Zeitraum 29.6.-19.7., gebucht werden können.

Ich hoffe sehr, dass wir uns bald alle gesund wiedersehen und wünsche Ihnen bis dahin alles erdenklich Gute.

 

Ihre Michaela Mehlhorn
im Namen des gesamten Villa-Teams

Villa Rochsburg auf Grund der Auswirkungen des Corona-Virus vorerst geschlossen

Liebe Gäste der Villa Rochsburg,

die Auswirkungen des Corona-Virus sind jetzt auch bei uns angekommen. Wie viele andere Einrichtungen sind auch wir gezwungen, unser Haus bis auf Weiteres für Besucher zu schließen. Alle Seminare und Veranstaltungen bis zum 23. April müssen leider entfallen. Das Navigationsseminar wird um eine Woche – auf den 24.-26. April verschoben, sofern wir zu diesem Zeitpunkt wieder öffnen dürfen.

Telefonisch sind wir am 18. Und 19. März noch bis jeweils  14 Uhr erreichbar, danach wieder ab dem 1. April.

Wir wünschen allen ein gutes Überstehen der Corona-Krise und freuen uns auf kommende Seminare und Veranstaltungen.

Ihr Villa-Team