Pflanzen, Sport, Musik

Unter diesem Motto fuhren 20 Mitglieder bzw. deren Begleitpersonen am 27.07.2020 zu einem 4-tägigen Urlaubsaufenthalt in die Aura Pension Villa Rochsburg. Der Verfasser dieses Artikels versprach im Vorfeld den Teilnehmern der Reise in seinem Informationsschreiben: „Die Reise wird in diesem Jahr zwar etwas anders als in den vergangenen 14 Jahren, aber sicher genau so schön!“ Dieses Versprechen wurde nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen.

Lange war unklar, ob der Urlaubsaufenthalt in diesem Jahr überhaupt stattfinden kann und, wenn ja, in welcher Form. Frau Michaela Mehlhorn, die neue Leiterin der Villa Rochsburg, hatte nur wenige Tage Zeit, um alles zu organisieren und ein Kostenangebot zu erstellen. Da glühten die Telefondrähte zwischen der Villa, den Ausflugszielen, den Gaststätten und Kaffees sowie dem Vorsitzenden der Kreisorganisation Großenhain. Von diesem mussten dann noch die nötigen finanziellen Mittel beschafft werden. Doch alles wurde rechtzeitig geschafft.

Eine der Veränderungen war, dass wir nicht mit den 3 Haus-Bussen, sondern mit dem FlixBus abgeholt worden. Alle waren am Abreisetag gesund, pünktlich, so dass die Fahrt unter Einhaltung des Mindestabstandes und der weiteren Corona-Regeln starten konnte. Vier der Fahrgäste waren noch nie in der Villa, diese waren besonders gespannt, was sie dort und unterwegs erwartet.

Das Essen steht auch zu Coronas-Zeiten im Mittelpunkt der Ausflüge und in der Villa, so dass unser erstes Reiseziel das Gasthaus Luchsenburg in Ohorn war. Weiter ging es nach dem Mittagessen in den Botanischen Blindengarten Radeberg, wo wir eine einstündige Führung erhielten.

Die barrierefrei gestaltete Gartenanlage ist mit einem ca. 1,5 Kilometer langen Wegesystem versehen, das sowohl zu Fuß als auch mit dem Rollstuhl benutzt werden kann. Entlang der Hauptwege wurde ein Edelstahl-Handlauf zur Orientierung für blinde und stark sehbehinderte Besucher errichtet. An diesem sind zusätzliche Orientierungshilfen (Reliefs) angebracht. Die Nebenwege sind mit verschiedenen Bodenbelägen (zum Beispiel Rindenmulch, Rasen oder Porphyrkies) ausgestattet, um die Orientierung mit den Füßen zu ermöglichen. Als Leitsystem verfügen diese Wege über eine Klopfkante, die mit dem Blindenstock ertastet werden kann.

Im Botanischen Blindengarten Radeberg wachsen ca. 1.300 verschiedene Pflanzenarten, darunter etwa 700 stark duftende. Vor allem kleine bzw. niedrig wachsende Arten sind in Hochbeeten angepflanzt. Das erleichtert, neben der olfaktorischen Wahrnehmung, das Erfassen der Pflanzen per Tastsinn. Die unmittelbar am Wuchsort angebrachte Beschilderung ist mit Alphabet- und Brailleschrift ausgestattet.

Mit besonders stark oder ungewöhnlich duftenden Pflanzenarten wurden separate Bereiche eingerichtet, wie das Minzegärtchen, der Kamillepfad und die Pelargoniensammlung. So genannte Duftlauben sind zum Beispiel mit verschiedenen Heckenkirschenarten und Blauregen bepflanzt. In der Gärtnerei des Blindengartens ist zudem eine Sammlung stark duftender Kübelpflanzen untergebracht. Entlang der Wege sind stellenweise Berührungs- oder Kontaktdufter, also Pflanzenarten wie Thymian, die ihren Duft erst bei einer Berührung verströmen, als Orientierungshilfen angepflanzt wurden.

Gegen 17 Uhr trafen wir in der Villa ein. Der erste Abend klang mit lustigen Gesprächen, kleinen Spaziergängen zur Mulde oder zur Burg bzw. bei einem guten Tropfen aus.

Sport frei hieß es am Dienstag. Herr Lars Geithner und seine Tochter Franzi begrüßten uns gegen 9 Uhr an der Tischballplatte für Blinde und wiesen uns in die Spielregeln ein. Vor allem die jüngeren Mitglieder probierten gleich mal aus, ob sie es hinbekommen. Es machte nicht nur den Spielern, sondern auch den Zuschauern und Zuhörern viel Spaß.

Showdown wird auch „Tischball“ oder „Blindentischtennis“ genannt. Beim Showdown stehen sich zwei Spieler an der jeweiligen kurzen Seite einer ca. 1,2 m x 3,6 m großen Platte gegenüber, die komplett von einer 14 cm hohen Seitenbande umgeben ist. Eine Mittelbande, die auf den 14 cm hohen Seitenbanden steht, trennt die Spielfläche in zwei gleich große Teile. Der Ball wird also nicht wie beim Tischtennis über das Netz, sondern unter die Mittelbande möglichst flach geschlagen. Jeder Spieler verteidigt sein Tor – eine halbkreisförmige Mulde in der Platte an der kurzen Seite – und versucht, den Ball in das Tor des Gegners zu befördern, wofür es 2 Punkte gibt.

Wie beim Tischtennis dient ein Schläger zum Aufhalten des ankommenden Balles und zum kraftvollen Zurückspielen. Der rechteckige Schläger hat eine Größe von 20 x 7,5 cm und einer Grifflänge von 10 cm.

Der gut hörbare, rasselnde Ball mit einem Durchmesser von 6 cm darf die Platte nicht verlassen. Er darf nicht an und über die 42 cm hohe Mittelbande geschlagen werden. Beim Aufschlag muss der Ball erst einmal die Seitenbande in der eigenen Plattenhälfte berühren und dann in die gegnerische Hälfte rollen. Wenn so ein Fehler passiert (und es gibt noch einige weitere Fehlermöglichkeiten) erhält der Spieler, der diesen Fehler nicht begangen hat, einen Punkt.

Am Nachmittag fuhren wir zum Bowling nach Wolkenburg ins Silberbergwerk. Obwohl nur wenige die Pins sehen oder erahnen konnten, fielen oft alle um. Kaffee, Kuchen und leckere Eisspezialitäten luden die verbrannten Kalorien im Anschluss wieder auf.

Das Tischball-Fiber hatte einige Sportler so gepackt, dass sie auch nach dem Abendbrot noch etliche Runden spielten. Geprellte Fingerknöchel und schmerzhafte Schultergelenke waren das Ergebnis des Tages und auch am nächsten Morgen noch zu spüren.

Am Mittwoch nach dem Frühstück bestiegen wir wieder den FlixBus und fuhren ins Vogtland in den sogenannten Musikwinkel. Das Musikinstrumentenmuseum Markneukirchen war unsere erste Station. Dort erhielten wir Führungen in drei Gruppen. Wir durften sehr viele Instrumente anfassen und bekamen auch einige zu Gehör und durften auch einzelne im Klanggarten selbst ausprobieren.

3.200 Musikinstrumente aus aller Welt befinden sich im „Paulus-Schlössel“, darunter die größte Sammlung von vogtländischen Streich-, Zupf- und Blasinstrumenten vom 17. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Der Besucher erhält außerdem einen Einblick in die Vielfalt der Musikinstrumente aus Afrika, Amerika und Asien. Alte Instrumentenbauwerkstätten und ein original erhaltenes Handelskontor im Gerber-Hans-Haus erzählen von der über 300-jährigen Tradition des vogtländischen Musikinstrumentenbaus.

Weiter ging unsere Reise ins Harmonika-Museum nach Zwota. Auch hier konnten wir die verschiedenen Modelle ausführlich abtasten. Bei der akustischen Präsentation sangen wir kräftig mit.

Der Beginn der Harmonikaindustrie im Klingenthaler Gebiet wird auf den Instrumentenhändler Johann Wilhelm Glier zurückgeführt, der 1829 von einer Geschäftsreise eine Mundharmonika nach Klingenthal brachte und diese in der väterlichen Werkstatt nachbauen ließ. Die Fertigung von Handzuginstrumenten kam in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts hinzu. Unzählige Mund- und Handharmonikas, Akkordeons unter klangvollen Markennamen wie „Royal Standard“, „Barcarole“, „Horch“, „Weltmeister“, „Galotta“, „Hutschelli“ verließen die Werkstätten in Klingenthal und Zwota und wurden in viele Länder der Welt exportiert. Die verschiedenen Ausführungen der Instrumente zeugen vom Ideenreichtum und handwerklichem Können der Hersteller.

Als wir am Abend aus dem Bus in Rochsburg kletterten, stieg uns bereits der Grillgeruch in die Nase. Das Wetter war uns an allen Tagen hold, so dass wir auch am Abschlussabend noch lange im Freien sitzen konnten. Die schönen Stunden waren wieder einmal viel zu schnell vergangen. Die Rückfahrt am Donnerstag mit den 3 Kleinbussen verlief ohne besondere Vorkommnisse, so dass jeder gesund und voller neuer Eindrücke vor seiner Haustür abgeliefert wurde.

Wenn ich ganz ehrlich bin, war ich am Montag, als ich in den Bus stieg, etwas skeptisch. Corona, die ganzen Regeln, Mund-Nasen-Schutz, Mindestabstand und dazu eine neue Chefin in der Villa, die ich noch nicht wirklich kannte. Aber bereits am ersten Abend zerstreuten sich meine Bedenken. Frau Michaela Mehlhorn hatte die Sache voll im Griff, alles gut durchorganisiert und vorbereitet. Es hätte nicht besser sein können. Dafür möchte ich mich im Namen aller Teilnehmer bei Frau Mehlhorn und ihrem gesamten Team ganz, ganz herzlich bedanken. Wir sind nicht abgefahren, ohne einen Termin für 2021 im Veranstaltungskalender vormerken zu lassen. Ich kann anderen Kreisvorständen oder Bezirksgruppen in nah und fern nur empfehlen, einmal eine solche Reise für ihre Mitglieder zu organisieren.

Frank Herrmann

Tipps und Tricks Ende und Neuanfang 2019?

„Tipps und Tricks am PC“, so war ein Seminar für fortgeschrittene Computernutzer überschrieben, die blind oder sehbehindert sind und die sich jährlich am Ende des Winters in der Villa Rochsburg trafen, um Neues kennenzulernen und Erfahrungen bei der Arbeit mit Computern auszutauschen. 

Ursprünglich ging es zunächst darum, die Kenntnisse bei der Arbeit mit Standardprogrammen unter dem Betriebssystem „Windows“ zu vertiefen, das Internet sowie neue Software kennenzulernen und die Möglichkeiten verschiedener Screen Reader, das sind Vorleseprogramme, besser und effektiver auszuschöpfen. Da sich hier fortgeschrittene Nutzer trafen, wurden Grundkenntnisse über Windows und die Arbeit mit Emails als bekannt vorausgesetzt. Kein Thema wurde ausgeklammert, auch wenn nicht alles durch blinde und sehbehinderte Menschen bewerkstelligt werden kann. Der Rundblick über die EDV als Blindenhilfsmittel wurde geschärft und vertieft. Dümmer ist in diesen Seminaren noch niemand geworden! 

Aus aktuellem Anlass fand das Wochenendseminar nun unter Leitung von Petra Kasulke und erstmals von Henri Chiarcos bereits Ende September schon zum 13. Mal statt. Grund dafür war, dass unser bisheriger Seminarleiter, Holger Ulrichsohn, in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Wir mussten also überlegen, ob und unter welchen Bedingungen „Tipps und Tricks“ weitergeführt werden kann. Alle Anwesenden wollten das, auch weil sich der gute Ruf dieses Seminars inzwischen längst über die Landesgrenzen Sachsens hinaus verbreitet hat. 

Ein Blick in die Themenliste vergangener Jahre belehrt darüber, dass es längst nicht mehr nur um Tipps und Tricks geht. Bereits im dritten Seminar lautete ein Thema „Internetshopping“. Das ist bis heute ein schwieriges Thema geblieben, weil die Seiten der „Internet-Läden“ oft nicht durchgängig barrierefrei gestaltet sind. Bald beschäftigten sich die Teilnehmer damit, wie blinde und sehbehinderte Menschen bestimmte Tondateien bearbeiten und Podcasts als Informationsquelle nutzen können. Bald auch entstand der Wunsch nach praktischen Übungen. die es dann seit 2012 gab. Als die sozialen Netzwerke auf der Bildfläche erschienen, kamen die Frage, ob und wie unser Personenkreis sie nutzen kann sowie Diskussionen über Vor- und Nachteile dieser Plattformen auf die Tagesordnung. Die Seminaristen befassten sich zu Weilen auch mit Fragen rund um Smartphones und Tablets. Es gibt also 

Genügend Gründe, das Seminar nicht sterben zu lassen und neu auszurichten. 

Zum ersten Mal befassten sich die Teilnehmer am letzten Septemberwochenende in einem gesamten Seminar mit „Jaws“, einem sehr leistungsfähigen und umfangreichen Screen Reader, der uns künftig 

intensiv beschäftigen muss, da uns andere derartig leistungsfähige Hilfsprogramme nicht mehr zur Verfügung stehen. Am Samstag besuchten uns erstmals auch Tagesgäste.
Wir arbeiteten uns durch die Menüs und lernten damit die umfangreichen Möglichkeiten von Jaws kennen. Diskutiert wurden bereits auch sehr spezielle Themen. Henri Chiarcos beantwortete zahlreiche detaillierte Fragen. 

Der Stand der Überlegungen ist nun folgender: Es soll künftig zwei Seminare geben, eines im Frühjahr in der Nachfolge von „Tipps und Tricks“, in ähnlicher Weise wie bisher zum Betriebssystem „Windows“ und Anwendungen und eines zu Jaws, das im Herbst durchgeführt werden soll. Die inhaltlichen und organisatorischen Überlegungen dazu sind zurzeit noch nicht abgeschlossen. Wir hoffen, dass es uns gelingen wird, auch in Zukunft Computerseminare für fortgeschrittene Nutzer in der Villa Rochsburg anzubieten. 

Bericht vom Seminar der Fachgruppe Führhundhalter im BSVS vom 30.08. bis zum 01.09.19 in der Aura-Pension „Villa Rochsburg“

Das Treffen fand, wie so oft bei großer Hitze, am letzten Augustwochenende statt. Einige der Teilnehmer (Hund und Mensch) kamen bei dieser Hitze teilweise an ihre Grenze. Wir haben jedoch das Beste daraus gemacht und hatten eine schöne gemütliche Zeit.

Am Freitagabend berichtete Frau Elvira Häußler über die Führhundausbildung in England. Dabei stellten wir fest, dass einiges genauso gehandhabt wird wie hier in Deutschland, aber auch einiges anders ist. Beispielsweise sind die Kontrollen strenger. Außerdem werden die Führhunde nicht von Krankenkassen, sondern von einem eigens dafür gegründeten Verein durch Spenden finanziert.

Am Samstagvormittag hielt uns Frau Dr. Stein einen Vortrag über den Magen- und Darmtrakt des Hundes, was man füttern kann und wovon man besser die Finger lassen sollte.

Im Anschluss daran erzählte uns Frau Landmann aus Ernährungsberatersicht einiges über Ernährung, hauptsächlich über das Barfen, aber auch Trockenfutter und Nassfutter wurden erwähnt und besprochen.

Am Samstagnachmittag wurde sozusagen das Führgespann auf Herz und Nieren geprüft. Es stellte sich heraus, dass Frau Heidemann bei der Arbeit mit jedem einzelnen im Parcours einiges an den Gespannen zu beanstanden hatte. Man trug es aber mit Fassung. Schließlich weiß jeder mit seinem Führhund umzugehen und was er von seinem Hund erwarten kann. Vielleicht wurde aber so manchem klar, was mal wieder geübt werden sollte. Also für alle doch sehr aufschlussreich.

Sonntagvormittag gab es dann noch die alljährliche Auswertung. Es wurde festgestellt, das zwei Themen am Samstagvormittag recht viel waren, die beiden Themen sich dieses Mal aber doch recht gut ergänzt hatten. 

Klar ist aber bei der nächsten Themenwahl, sollte man wieder den Samstagvormittag mit zwei Themen belegen wollen, dass diese entweder zusammenpassen oder doch etwas abwechslungsreich gestaltet werden sollten, so dass es für Mensch und Hund nicht zu anstrengend wird. 

Ansonsten wurde das Seminar aber wieder sehr positiv angenommen und alle freuen sich auf das nächste Jahr.

Vorschau auf das Seminar 2020:

Es wurde der Vorschlag gemacht, unsere Physiotherapeutin zu bitten, sich die Führgespanne anzuschauen, ob die Führhundhalter sich evtl. bei der Führarbeit zu sehr verspannen und welche Möglichkeiten es gibt, dies zu verhindern.  

Außerdem wird uns Frau Häußler etwas über die UN-Behindertenrechtskonvention bezüglich des Führhundhalterwesens berichten.

Zum dritten werden wir uns entweder von Sprechstundenhilfen eines Tierarztes oder von Tiermedizinstudenten zeigen lassen, wie man seinem Hund Medikamente verabreichen kann bzw. kleine Wunden versorgen kann. 

Termin für das nächste Seminarwochenende ist 04. bis 06.09.2020.

Bettina Falk

Leiterin der Fachgruppe 

Führhundhalter im BSVS

Gemeinsamer Sommerurlaub in Rochsburg – Von Beate Klaumünzer und Joachim Rudloff

Gemeinsamer Sommerurlaub in Rochsburg vom 28. Juni bis 5. Juli 2019    

Seit 5 Jahren organisieren wir gemeinsam mit Frau Friedemann, Leiterin der Villa Rochsburg, einen Urlaub für unsere Mitglieder der Kreisorganisation (KO) Zwickau.

Das Angebot ist vor allem, aber nicht ausschließlich an Mitglieder unserer KO  gerichtet, die nicht an den großen Reisen teilnehmen können, aber auch einfach einmal raus aus dem Alltag möchten.

Und so waren wir auch in diesem Jahr eine schöne kleine Gruppe von 9 Personen im Alter von 55 bis 90 Jahren.

Da wir in dieser Woche ein herrliches Sommerwetter hatten, planten wir unsere Ausflüge so, dass wir die Zeit in der Natur verbringen konnten.

Unsere Ausflüge führten uns nach Rabenstein mit Mittagessen und Kaffee in der „Pelzmühle“ und einen Spaziergang durch den Tierpark.

Außerdem fuhren wir zur Ausflugsgaststätte „Lindenvorwerk“ in Kohren-Sahlis,  

ins Erzgebirge nach Tannenberg und an die Greifensteine, nach Grüna bei Chemnitz und nach Glauchau ins Cafe „Kretzschmar“ am Schlosspark.

Die Ausflugsgaststätten waren echt gut gelegen, man konnte auf der Terrasse im Freien sitzen, einen Spaziergang um den Teich oder durch den Wald unternehmen, dem Naturlehrpfad entlang wandern oder einfach das Wetter genießen.

Einige besuchten auch das Schloss in Glauchau.

Wie gesagt, jeder nach Lust und Laune.

Für die Meisten ist wichtig, sich einfach einmal verwöhnen zu lassen, sich mit anderen zu unterhalten und dem Alltag für ein paar Tage zu entfliehen.

Ein großer Dank gilt somit allen Mitarbeitern des Hauses, ohne sie wäre so ein schöner und entspannter Urlaub nicht möglich gewesen. 

Es gibt noch viel in der näheren und weiteren Umgebung zu entdecken.

Wir kommen wieder. 

Beate Klaumünzer und

Joachim Rudloff

Auf in die Villa – Ein Erlebnisbericht von Frank Herrmann

Auf in die Villa

So hieß es wieder am 07.07.2019 für 13 Mitglieder und 7 Begleitpersonen der Kreisorganisation Großenhain. Diese im Jahre 2006 geborene Idee eines gemeinsamen Aufenthaltes in der Aura Pension Villa Rochsburg und von dort aus stattfindende Ausflüge, fand nun bereits zum 14. Male in Folge statt. Ich war zu Beginn etwas skeptisch, doch meine Frau hatte mich überzeugt und die Resonanz auf diese Reisen hat mich schnell eines Besseren belehrt.

Im Vorfeld gab es wieder viel zu organisieren und zu planen, da die Villa nur 10 Gästezimmer hat und darin 20 Teilnehmer untergebracht werden mussten. Hierbei half uns die Erfahrung der vergangenen Jahre und das Verständnis der Mitglieder. So trennten sich Paare, zu mindestens nachts, für die Zeit bis zur Rückfahrt am 10.07.2019. Natürlich wurden auch wieder neue Ausflugsziele gefunden.

Nachdem alle Fahrgäste in Schönfeld, Lampertswalde und Großenhain zugestiegen waren, hieß unser erstes Reiseziel, die Stadt Dresden. Zwar hatten wir Bedenken, dass wir nur mit Schwierigkeiten in die Innenstadt gelangen, da an diesem Tage das SZ-Fahrrad-Fest stattfand, doch wir hatten Glück, nur an einem Kreisverkehr mussten wir etwas warten und so konnten wir den Radfahrern bei deren Vorbeifahrt zuwinken.

Das Essen steht bei allen Aktivitäten der Villa an erster Stelle. So stärkten wir uns zunächst im Alpenhof. Von dort aus gingen wir gemeinsam zur 1838 bis 1841 erstmals erbauten Semperoper, wo für uns eine Führung angemeldet war. Sehr anschaulich erfuhren wir viel über die wechselvolle Geschichte des Hauses, denn die Semperoper ist am  21.09.1869völlig abgebrannt und wurde am 13.02.1945 beim Bombenangriff auf Dresden zerstört. Der heutige Bau wurde 1985 eingeweiht. 

Pünktlich zum Abendessen trafen wir in der Villa ein und die Zimmer wurden verteilt. Später saßen wir noch gemütlich beisammen und drei Mutige erfrischten sich im für das Eltern-Kind-Treffen aufgebauten Pool, was aber in den nächsten Tagen auf Grund der kühleren Wetterlage nicht mehr möglich war.

Mit dem Busunternehmen Petzold ging die Reise am Montag ins schöne Erzgebirge. Erstes Ziel war die Schwartenberg-Baude. Von dort aus fuhren wir nach Seiffen, wo wir in einer erzgebirgischen Schauwerkstatt eine Führung erhielten. In der Bergkirche Seiffen erwartete uns anschließend der Pfarrer, welcher uns zunächst mit einem Orgelstück begrüßte. Sehr einfühlsam erläuterte er uns die Geschichte und das innere und äußere Aussehen der Kirche. Mit einem weiteren Lied, was er auf der Orgel spielte, verabschiedete er sich von uns.

Vor, während  und nach dem Besuchen in Seiffen erhielten wir bei unserer Rundfahrt durch eine ortskundige Reiseleiterin sehr viele Informationen über das Erzgebirge. Der Nachmittag endete mit Livemusik, Kaffee und Kuchen in der Schwartenberg-Baude.

Am Dienstag war ein Besuch auf dem Bauernhof angesagt. Der rößlerhof in Burkhardtsdorf war durch die Umleitungen in Chemnitz nicht so einfach zu erreichen, unsere Fahrerinnen schafften es aber mit viel Geduld. Unsere jüngsten Mitglieder Esther und Stefan stellten unter Anleitung den „Großenhainer Schlemmerkäse“ her. Dieser muss jetzt im Keller des bäuerlichen Unternehmens reifen und soll zu unserer Weihnachtsfeier verzehrt werden. Beim Rundgang über dem Hof und die Ställe erfuhren wir sehr viel über die moderne Landwirtschaft. So wird heute keine Kuh mehr von Hand gemolken, da so Bakterien in die Milch kommen können. Viele der Abläufe auf dem Hof sind mittlerweile computergesteuert.

Das Wetter machte uns am letzten Abend einen Strich durch die Rechnung. Da ein Gewitter

sich ankündigte und Wind aufzog, wurde kurzfristig das Grillgut im Speiseraum verzehrt,

was wieder einmal bewies, in der Villa gibt es für alles eine Lösung.

Am Abfahrtsmorgen beim Frühstück gab es für Frau Friedemann eine Überraschung. Wie allgemein bekannt ist, tritt sie Ende Oktober in den wohlverdienten Ruhestand ein. Zum Andenken an unsere Kreisorganisation überreichten wir ihr ein Foto aus dem vergangenen Jahr von einer Floßfahrt auf der Talsperre Kriebstein und bedankten uns mit dem folgenden Spruch auf einer Karte:

Hallo Frau Friedemann,

Sie sind die fröhliche Seele vom Haus,

Ihnen geht niemals die gute Laune aus.

Sie haben immer ein offenes Ohr,

schlechte Laune kommt bei Ihnen nicht vor.

Mit Ihrem Team und den Gästen,

stand es immer zum Besten.

Für die Zukunft wünschen wir Ihnen Glückseligkeit,

der Ruhestand ist nicht mehr weit.

Mögen Sie Ihre Rente genießen

und Ihre Blumen im Garten gießen.

Wir hoffen es wird mit der Villa weitergehen,

damit wir uns trotz Ihres Ruhestandes jedes Jahr 

wiedersehen

Die Mitglieder der KO Großenhain wünschen Ihnen viel Gesundheit für Ihr bald nahendes Rentnerdasein! Vergessen Sie uns nicht, dieses Bild soll dabei helfen.

Die Koffer waren gepackt, die Rechnungen bezahlt, so konnten wir voller neuer eindrücke

unsere Heimreise antreten, nicht, ohne dass der Vorstand bereits einen Termin für

das Jahr 2020 vereinbart hatte. In den Köpfen des Vorstandes gingen auch bereits Gedanken um, welches im kommenden Jahr Ausflugsziele sein könnten.

Ein ganz besonderer Dank geht an dieser Stelle an Frau Anita Friedemann und ihrem

gesamten Team für die ausgezeichnete Betreuung und Bewirtung an allen Tagen. Wir

können anderen Kreisorganisationen und Betreuungsgruppen aus nah und fern nur empfehlen, eine solche Reise einmal zu planen. Unseren Teilnehmern haben die Tage wieder neuen Lebensmut gegeben. Sie erlebten kulturelle Höhepunkte, von denen sie noch lange zehren können. Es ist überhaupt kein Problem als Blinder oder Sehbehinderter ohne Begleitung in die Villa zu fahren, denn man erhält dort die nötige Unterstützung.

Bedanken möchten wir uns auch bei allen Sponsoren und Förderern, ohne die eine solche

Reise nicht möglich ist.

Frank Herrmann

(Vorsitzender KO Großenhain)